Betriebliche Altersvorsorge (bAV) für Geschäftsführer

Aufgrund Ihrer Stellung haben Geschäftsführer aus der gesetzlichen Rentenversicherung wenig zu erwarten. Umso größer ist der Wert der betrieblichen Altersversorgung für diese Personengruppen. Um  Missbrauch gegenüber den Finanzämtern zu vermeiden, ist es wichtig die Möglichkeiten genau zu kennen und rechtssicher zu gestalten.

Gründe, die für eine Versorgung sprechen:

  • Die Altersversorgung kann aus unversteuertem Ertrag des Unternehmens finanziert werden
  • Aus Betriebsvermögen wird eine private Rente generiert
  • Die Beiträge zur bAV sind Betriebsausgaben

Welche Leistungsarten können vereinbart werden?

  • Altersrente
  • Hinterbliebenenversorgung
  • Berufsunfähigkeit

Wer kann die bAV nutzen? Wer nicht?

In der bAV ist der nicht beteiligte Geschäftsführer steuerlich und sozialversicherungsrechtlich als normaler Angestellter anzusehen. Da die Rentenlücke besonders hoch ausfällt, sollten Durchführungswege kombiniert oder nicht gedeckelte Durchführungswege gewählt werden.
Sie sind dem nicht beteiligten Geschäftsführer gleichgestellt. Ausnahme: Minderbeteiligte Gesellschafter-Geschäftsführer haben zusammen die Mehrheit der Stimmrechte. Dann werden sie in der bAV als beherrschende Gesellschafter Geschäftsführer angesehen.
Sie gelten sozialversicherungsrechtlich als selbständig, jedoch auch als Angestellte. Daher kann eine bAV gestaltet werden. Um Missbrauch zu vermeiden, müssen besondere Vorschriften beachtet werden.
Einzelkaufleute und Geschäftsführer einer KG, OHG und GmbH & Co kG können sich keine bAV gestalten.

Weitere Informationen zur bAV bei Geschäftsführern

Steuerrechtliche Anforderungen

Nach folgenden Kriterien richtet sich die steuerliche Anerkennung von Pensionszusagen:

  • Worauf achtet der Betriebsprüfer
  • Klarheit und Rechtswirksamkeit der Vereinbarung
  • Nachzahlungsverbot
  • Ernsthaftigkeit
  • Wartezeit und Beobachtungszeit
  • Erdienbarkeit
  • Finanzierbarkeit
  • Angemessenheit der Pensionszusage, als auch der Gesamtvergütung
  • Unverfallbarkeitsfristen
  • Gesellschafterbeschluss

 

Steuerliche Auswirkungen

Die versicherungsförmigen Durchführungswege haben klare und einfache Auswirkungen in der Anspar- und in der Bezugszeit. Die Pensionszusage (Direktzusage, unmittelbare Versorgungszusage) hat hingegen erhebliche steuerliche Auswirkungen und wird daher vom Finanzamt kritisch betrachtet.

Viele Pensionszusagen sind nicht ausreichend refinanziert. D. h. die GmbH hat zwar versprochen, ihrem Geschäftsführer eine Pension zu zahlen. Sie kann es sich aber nicht leisten, dieses Versprechen einzuhalten, weil sie hierfür nicht genügend Rücklagen gebildet hat. Der versorgungsberechtigte Geschäftsführer kann ohne erhebliche steuerliche Nachteile im Privatvermögen nicht auf die Leistungen aus der Pensionszusage verzichten. In der Insolvenz der GmbH besteht das Risiko, dass die Altersversorgung des Geschäftsführers nicht mehr existent ist. Oft ergeben sich nach oder während des Unternehmensverkaufs Streitigkeiten über die Zahlung der Pension.

Durch die Einführung des Bilanzmodernisierungsgesetzes, kurz „Bilmog“ wird grundsätzlich die Erstellung einer Handelsbilanz notwendig, in der die Verpflichtungen des Unternehmens gegenüber dem Versorgungsberechtigten „realistisch“ anzusetzen sind. Bei der deutlichen Mehrzahl der bestehenden Pensionszusagen wird dies zu ganz erheblich höheren Rückstellungen (in der Handelsbilanz) führen. Die Kreditwürdigkeit gegenüber den Banken wird dadurch wesentlich belastet werden.

Unterliegen die Zusagen zur betrieblichen Altersversorgung dem Betriebsrentengesetz, so sind diese grundsätzlich durch den Pensions-Sicherungs-Verein im Insolvenzfall gesichert.

Gesellschafter Geschäftsführer fallen nicht unter diesen Schutz. Sie müssen die Rückdeckungsmittel verpfänden.

Verpfändung der Rückdeckungsmittel

Die Verpfändungsformulare sollen mit dem Original-Versicherungsschein der Rückdeckungsversicherung im Unternehmen vorliegen.

Zu den Verpfändungsunterlagen gehören:

  1. Verpfändungsvereinbarung (Vereinbarung)
  2. Anzeige der Verpfändung (Anzeige)
  3. Bestätigung der Verpfändung durch die Versicherungsgesellschaft
Sind die Versorgungzusagen rückgedeckt, fließen regelmäßige Beiträge. Hieraus werden künftige Rentenzahlungen geleistet. Am häufigsten handelt es sich bei der Rückdeckung um Rentenversicherungen. Bestenfalls um kongruente Rückdeckungen. Hier werden zu jedem Zeitpunkt Verpflichtungen erfüllt. Besonders biometrische Risiken (Invalidität, Berufsunfähigkeit, Hinterbliebenenversorgung) führen zu erheblichen finanziellen und bilanziellen Belastungen. Durch die Rückdeckungsversicherung werden diese Risiken plan- und bezahlbar.

Pensionszusage

Hat das Unternehmen Mitarbeitern eine Pensionszusage erteilt, muss bei Eintritt des Versorgungsfalles die notwendige Liquidität vorhanden sein. Hier kommt es regelmäßig zu einer Differenz zwischen vorhandenem Kapital aus der Rückdeckungsversicherung und erforderlichem Kapitalbedarf zur Finanzierung der Versorgungsverpflichtung.

Veränderte Zinssätze über lange Zeiträume und längere Lebenserwartungen sind häufige Ursachen. Niedrige Zinsphasen erhöhen den Kapitalbedarf.

Wichtig

Überprüfen Sie daher regelmäßig vorhandene Zusagen.

 

Analyse bestehender Versorgungszusagen

Reichen die Mittel aus der Rückdeckungsversicherung nicht aus, muss die Differenz aus anderen Mitteln finanziert werden.In der Praxis liegt die Lösung oft in einer Kombination aus verschiedenen Strategien.

Zusagen müssen regelmäßig überprüft werden –Sprechen Sie mit Profis. Am besten mit uns. Bevor es das Finanzamt tut und verdeckte Gewinnausschüttung unterstellt. Wir kennen alle Exit-Strategien und Reparatur-Konzepte.

Versorgungszusagen müssen auf jeden Fall schriftlich abgefasst werden.

Gesellschafter-Geschäftsführer brauchen einen Gesellschafterbeschluss, also die Genehmigung durch den Aufsichtsrat der Gesellschaft bzw. durch die Gesellschafterversammlung.

Die Zusage muss eindeutige Angaben enthalten zu:

  • Art
  • Form
  • Voraussetzung und Höhe der zukünftigen Leistung